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Der Jahresbeitrag für Mitglieder beträgt € 15,-.

Beitrittserklärung

 

Vorträge

Programm des Kulturforums Bad Nauheim

Herbst '26 bis Frühjahr '27


Ort der Vorträge:   Erika-Pitzer-Begegnungszentrum
Blücherstraße 23, 61231 Bad Nauheim
     
Datum und Beginn:   Donnerstag, 19:30 Uhr, Ende gegen 21:00/21:30 Uhr
     
Eintrittspreise:   4,00 €, Mitglieder 3,00 €
     
     

Oktober 2026

Do., 15.10.2026

 

Almut Brücher, Bad Nauheim
„Wenn er sich nicht erkennt...“

Der Vortrag behandelt den Mythos von Narziss und Echo in den Metamorphosen des römischen Dichters Ovid. Daran anschließend geht es darum zu zeigen, wie der englische Dichter Oscar Wilde in seinem einzigen Roman „Das Bildnis des Dorian Grey“ auf den antiken Mythos zurückgreift, die Fäden weiterspinnt und zu einem neuen Werk verknüpft.

Der Vortrag stellt auch die Biografie von Ovid, der nach seiner Verbannung durch den Kaiser Augustus sein Leben im Exil beschließen musste, und die von Oscar Wilde vor, der nach Verbüßung seiner Zuchthausstrafe am 30. November 1900 krank und verarmt in Paris verstarb.

November 2026

Do., 05.11.2026

 

Dr. Rainer Hackel, Bad Nauheim
Die Welten des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein

Großherzog Ernst Ludwig von Hessen ist als Gründer der Darmstädter Künstlerkolonie und als Mäzen bedeutender Künstler des Jugendstils in Erinnerung geblieben. Bad Nauheim verdankt ihm die berühmten Anlagen im Jugendstil. In seinem Vortrag über „Die Welten des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein“ legt Dr. Rainer Hackel dar, dass Ernst Ludwig aber auch als Künstler in Erscheinung getreten ist. So hat er nicht nur komponiert und Opern inszeniert – wie etwa Wagners „Parsifal“ –, sondern er hat auch Prosa, Dramen und Gedichte geschrieben. Ernst Ludwigs Gedichtband „Verse“ erschien 1917 anonym. Dr. Hackel hat ihn neu herausgegeben und wird einige Gedichte vortragen.

     

Do., 19.11.2026

 

Elke Schlegel und Gerd Krambehr, Koblenz und Erfurt
Zeitzeugengespräch: „Verraten und Verkauft“

Elke Schlegel wurde 1958 in Jena geboren. Ab 1983 stellten sie und ihr späterer Ehemann mehrfach Ausreiseanträge in den Westen und demonstrierten mit Jenaer Regimegegnern des Weißen Kreises. Ihre Ausreise wurde angeblich genehmigt, dann verhaftete sie ihr eigener Bruder. Sie wurde unter anderem wegen versuchter Republikflucht und landesverräterischer Nachrichtenübermittlung zu 18 Monaten Zuchthaus verurteilt, ihr damals zweijähriger Sohn konnte bei ihrer Mutter untergebracht werden.Wegen Haftunfähigkeit wurde sie im September 1984 von der Bundesrepublik freigekauft, ihr Sohn durfte ein Jahr später nachkommen. Bei einer beruflichen Weiterbildung 2007 in Koblenz sitzt sie unwissentlich in einem Auto mit einer ehemaligen Wärterin aus Hoheneck.

Gerd Krambehr, geboren 1958 in Rudolfstadt/Thüringen, ist ein seit Jahrzehnten aktiver Songschreiber, Sänger und Poet, der ungezählte Lieder, Gedichte und Übersetzungen in der ehemaligen DDR verfasst hat. Der charismatische Liedermacher hatte u.a. Auftritte bei den Demonstrationen 1989, insbesondere am denkwürdigen 9. November vor 80.000 Menschen auf dem Erfurter Domplatz, spielte vor Michail Gorbatschow und Vitali Klitschko, machte eine private Friedenstour in der Ukraine nach den Unruhen auf dem Maidan und hatte bis zuletzt Projekte und Auftritte mit internationalen Künstlern.

Dezember 2026

Do., 17.12.2026

 

Walter Gröning, Bad Nauheim
„Wenn wir die Nacht zum Tage machen“ - Lichtverschmutzung im Fokus

Seit der flächendeckenden Einführung künstlicher Beleuchtung haben wir die Nacht Schritt für Schritt zum Tage gemacht. Straßenlaternen, Werbetafeln, angestrahlte Fassaden, Autoscheinwerfer und Innenbeleuchtung bis tief in die Nacht sorgen dafür, dass echte Dunkelheit in unseren Städten zur Ausnahme geworden ist. Fachleute sprechen von Lichtverschmutzung oder Lichtsmog; der unnatürlichen Aufhellung der Nacht und des Nachthimmels durch künstliches Licht, mit nachweislich negativen Folgen für Umwelt, Gesundheit und Astronomie. Walter Gröning, Vorsitzender der Volkssternwarte Wetterau e.V. und der Sternenwelt Vogelsberg e.V. durchleuchtet diese Problematik und ihre Folgen.

 

Weihnachtspause

 

Januar 2027

Do., 14.01.2027

 

Dieter Heßler, Bad Nauheim
Nahtoderfahrungen – Halluzinationen oder Blicke ins Jenseits?

„Nahtoderfahrungen“ werden seit tausenden von Jahren in fast allen Kulturen der Menschheit erwähnt, dennoch ist das Wissen darüber diffus bzw. reicht die Bandbreite der Erklärungen für dieses Phänomen von naturwissenschaftlichen bis hin zu spirituellen Ansätzen. Eine Nahtoderfahrung bzw. die Erfahrung eines erweiterten Bewusstseins wirft immer noch viele ungläubige und kritische Fragen auf, „weil sie im völligen Widerspruch zum konventionellen Wissensstand unserer westlichen Kultur stehen“ (Pim van Lommel, niederl. Kardiologe und bedeutender Nahtodforscher).

Ist eine NTE – der allgemeine Begriff existiert seit dem 19. Jahrhundert – ein Blick ins Jenseits, gar ein Beweis für ein Leben nach dem Tod oder sind es lediglich Halluzinationen? Der Vortrag geht diesen Fragen nach, von allgemeinen Informationen, geschilderten Erlebnissen, neuesten wissenschaftlichen Ergebnissen bis hin zu Erklärungsversuchen mithilfe der Quantenphysik.

     

Do., 21.01.2027

 

Mario Becker, Freiensteinau-Weidenau
Kunstraub in Antike und Gegenwart

Begriffe wie „Beutekunst“ und „Kunstraub“ sind in keinster Weise Neuentwicklungen der jüngeren Vergangenheit – im Gegenteil! Der Vortrag zeigt spannend die Hintergründe, die beim Raub antiker Kunstwerke eine Rolle spielten: das Recht der Sieger, die Habgier Einzelner uvm. Tausendfach schafften Römer Kunstwerke aus Griechenland nach Rom, der Perserkönig Xerxes raubt das Symbolbild der attischen Demokratie und die Vandalen Geiserichs entführen ihrerseits Kunstdenkmäler aus dem von Ihnen geplünderten Rom. Am Ende steht ein Ausblick auf Mittelalter, Neuzeit und Gegenwart – mit verblüffendem Ergebnis…!

Mario Becker ist Dozent an der Goethe-Universität Frankfurt, Museumspädagoge und Studienreise veranstalter. Er hält seit über 30 Jahren Vorträge zur antiken Kulturgeschichte und ist regelmäßig in Vorlesungsreihen der Universität des 3. Lebensalters in Frankfurt am Main vertreten.

Februar 2027

Do., 04.02.2027

 

Dr. Reinhard Schartl, Bad Nauheim
Überblick über das Erbrecht

In dem Vortrag werden die wesentlichen Regelungen des deutschen Erbrechts dargestellt: die gesetzliche Erbfolge, die Möglichkeiten der Regelung durch letztwillige Verfügung und weitere Fragen wie Vermächtnis, Pflichtteil und Erbschaftssteuer. Auch die historische Entwicklung des Erbrechts soll angesprochen werden. Dr. Schartl war von 1981 bis 2021 als Richter in der hessischen Justiz tätig, darunter drei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesgerichtshof. In den letzten elf Jahren vor seiner Pensionierung war er Vorsitzender Richter eines Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main, der unter anderem speziell für erbrechtliche Rechtsstreitigkeiten zuständig war.

     

Do., 18.02.2027

 

Ingrid Collatz, Bad Nauheim
„Wenn die Nacht zu den Sternen blickt“ - Eine Liebeserklärung an ein entstehendes Weltbad. Die Übersetzung des Buches „Un mois en Allemagne- Nauheim“ von Henri de Pène

Der 28 jährige Franzose Henri de Pène wollte sich 1859 in (Bad) Nauheim von seinen in einem Duell zugefügten schwersten Verletzungen erholen und erforschte nebenbei in wenigen Wochen die ganze Stadt, deren ersten Anblick beim Aussteigen aus dem Zug er als den schönsten seines Lebens beschrieb. Als das Werk „Un mois en Allemagne“ (zu deutsch: „Ein Monat in Deutschland“) entstand, war Nauheim für die Welt noch ein unbeschriebenes Blatt. Wer durch die Wetterau reiste, sah gewaltige Gradierbauten und roch das Salz der Salinen, doch kaum jemand ahnte, dass hier bald das Herz der internationalen Gesellschaft schlagen würde.

Eher zufällig, bei der Recherche für ein Kunstbuchprojekt, stieß die ausgebildete Übersetzerin Ingrid Collatz auf das Werk von Henri de Pène, konnte nicht mehr aufhören zu lesen und übertrug sein Reisetagebuch von fast 400 Seiten ins Deutsche, das bald als gedrucktes Buch erscheinen wird.

März 2027

Do., 04.03.2027

 

Dr. Marcus Coesfeld, Glauberg
Die Keltenwelt am Glauberg – ein archäologischer Fundort zwischen Vergangenheit und Zukunft

Der Glauberg zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundorten Hessens. Spektakuläre Entdeckungen – allen voran die reich ausgestatteten frühkeltischen Gräber und die lebensgroße Statue des sogenannten Keltenfürsten – haben den Ort international bekannt gemacht. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Geschichte der Erforschung des Glaubergs und in die Entwicklung der Keltenwelt am Glauberg zum Archäologischen Landesmuseum Hessen. Vorgestellt werden das Museum, der Archäologische Park und das Forschungszentrum ebenso wie aktuelle Projekte in Forschung und Vermittlung. Ein Ausblick auf den geplanten Neubau des Forschungszentrums und die gemeinsame UNESCO-Bewerbung mit der Heuneburg rundet den Vortrag ab.

Dr. Marcus Coesfeld ist seit dem 1. Januar 2024 Leitender Direktor der Keltenwelt Glauberg

     

Do., 18.03.2027

 

Dr. Axel Posluschny, Glauberg
„Wer waren die Kelten – und wovon lebte der ‚Fürst vom Glauberg‘? Der Glauberg zwischen Mythos und Befund“

1996 kam am Fuß des Glaubergs eine lebensgroße Sandsteinstatue ans Licht, die seither zum Sinnbild der Eisenzeit in Hessen geworden ist. Doch hinter dem Bild des „Keltenfürsten“ verbirgt sich eine Geschichte, die komplizierter ist als jede Postkartenansicht – angefangen beim Wort „keltisch“ selbst. Der Vortrag beginnt deshalb mit einem Blick auf die Verwendung dieses Begriffs in verschiedenen Forschungsbereichen und auf die Klischees, die sich um ihn ranken. Er führt dann zu den drei Prunkgräbern und zur Statue und fragt, welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen einen solchen Aufwand überhaupt möglich machten. Die Untersuchungen am Berg und in seinem Umland zeigen, dass einige Antworten auch wieder neue Fragen aufwerfen – es bleibt also auch in Zukunft noch spannend.

Dr. Axel Posluschny ist Leiter des Forschungszentrums der Keltenwelt am Glauberg.


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